SVP treibt Kahlschlag der Volkskultur voran….

Im „Blick“ nahm der Präsident der Interessengemeinschaft Volkskultur zur NoBillag-Initiative Stellung und ging dabei auch auf den abgelehnten SVP-Gegenvorschlag ein, der eine Gebührenobergrenze von 200 Franken verlangt hatte:

«Dass ausgerechnet die SVP einen Kahlschlag der Volkskultur vorantreibt, ist für mich in diesem Bereich absolut unverständlich.» (Quelle)

So ganz unverständlich ist das allerdings nicht. Die SVP war einmal eine Partei, die der ländlichen Kultur verbunden war.

Aber ähnlich wie die österreichische FPÖ durch deutschnationale Burschenschaften okkupiert worden ist, sind bei der SVP inzwischen rechtspopulistische Ideologen an den Schalthebeln. Dass an SVP-Veranstaltungen auffallend häufig Treichler und Jodlerchöre auftreten, ist inzwischen Staffage. Mit der Politik dieser Partei hat das nichts mehr zu tun. Die SVP hat keinerlei Skrupel, die Jodler und Schwinger zugunsten von in- oder ausländischen Medienkonzernen im Stich zu lassen. Wenn Sendelizenzen nach Annahme der Nobillag-Initiative an die Meistbietenden verscherbelt werden, haben Jodler, Schwinger, Jasser und viele andere kommerziell wenig attraktive Aktivitäten keinen Stich mehr. Aber Hauptsache, die Gewinne der privaten Medienkonzerne stimmen.

P.S.1:

In der IG-Volkskultur sind 33 Verbände mit insgesamt über 400’000 Aktivmitgliedern zusammengeschlossen. Der Vorstand hat einstimmig die Nein-Parole zur NoBillag-Initiative beschlossen beschlossen. Der Präsident Albert Vitali sagt im „Blick“: «Die radikale Initiative gefährdet nicht nur die SRG, sondern auch zahlreiche Privatsender, die einen Gebührenanteil erhalten.» Er sieht etwa auch die Übertragung von Schwing- und Jodelfesten in Gefahr: «Private könnten die Kosten dafür nicht stemmen.»

P.S.2: „Populismus“ ist inzwischen zu einem Kampfbegriff geworden, den man vollkommen vage definiert jedem Gegener um die Ohren schlagen kann. Ich verwende diesen Begriff daher hier in der klar definierten Form, wie ihn der Politikwissenschaftler Jan-Werner Müller in seinem Essay „Was ist Populismus?“ vorgestellt hat. Eine Zusammenfassung dieses Buches habe ich hier veröffentlicht: „Was ist Populismus? Und was nicht?“.

 

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