NoBillag: Wer wünscht sich amerikanische Verhältnisse für die Schweiz?

«Information ist die Währung der Demokratie.»

Als Thomas Jefferson (1743 – 1826), Verfasser der Unabhängigkeitserklärung und dritter Präsident der Vereinigten Staaten, diesen Satz sprach, konnte er nicht wissen, dass rund 240 Jahre später das amerikanische Volk in einer Flut von Information nahezu ertrinkt.

Doch wie vielfältig ist dieses Angebot?

„Die in den USA gern befolgten Gesetze der Marktwirtschaft haben seit den 1980er Jahren für eine enorme Deregulierung der Eigentumsverhältnisse an Medienunternehmen gesorgt. Während 1983 noch 50 Unternehmen sich die überwiegende Anzahl der Medienbetriebe teilten, hatte sich diese Anzahl bis 1992 auf zwei Dutzend verringert. Fünfzehn Jahre später sind es gerade einmal fünf Konglomerate, die über 90% des Marktes kontrollieren: Time Warner, Disney, Murdoch´s News Corporation, General Electric/NBC und CBS Corp. (zuvor Viacom). Etliche Kritiker sehen in dieser hochkonzentrierten Medienlandschaft eine Gefahr für die Demokratie. Themen und Argumente, die den Interessen großer Konglomerate zuwider laufen, finden immer weniger Beachtung in den von ihnen kontrollierten Medien. Wirtschaftliche Erwägungen sind zudem ausschlaggebend für die Inhalte, nicht Informationsbedürfnisse einer Demokratie. Programme müssen Werbung verkaufen, die umso teurer verkauft werden kann, je mehr Zuschauer und Hörer dabei sind. Das Gesetz des kleinsten gemeinsamen Nenners bestimmt daher oft, was auf Sendung geht, denn nur die größtmögliche Zuschauerzahl verspricht die höchste Gewinnspanne.“

Diese Beschreibung der „Bundeszentrale für politische Bildung“ stammt aus dem jahr 2008. Seither hat sich dieser Prozess noch verschärft.

In deutlichem Gegensatz zu Europa entschied man sich in den USA erst in den späten 1960er Jahren dazu, dass auch ein öffentlich organisierter und gemeinnütziger Rundfunk notwendig sei, um die Informationsbedürfnisse frei von kommerziellen Erwägungen im „public interest“, im öffentlichen Interesse, sicherzustellen. Zu spät, um in der Bedeutung über eine beschränkte Nische hinauszukommen. (Quelle)

Es sieht ganz danach aus, als wollten uns die NoBillag-Initianten ameikanische Medienverhältnisse bescheren. Nur wird es in der kleinen Schweiz keinesfalls für fünf Grosskonzerne Platz haben, sondern allenfalls für einen oder zwei.

Werbegelder fliessen fast immer dorthin, wo die grösste Reichweite zu erzielen ist. Das läuft langfristig nahezu zwangsläufig auf ein Monopol hinaus.

Wenn wir den Satz von Thomas Jefferson ernst nehmen, dass Information die Währung der Demokratie ist, dann kann die Konzentration des Informationsflusses in den Händen von ausschliesslich am Gewinn orientierten in- oder auslädischen Medienmogulen nicht im Interesse der Schweiz liegen.

Darum: Nein zu No Billag.

 

 

 

 

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