Die Freiheit, von der die No-Billag-Protagonisten reden…..

Die No-Billag-Initianten und -protagonisten reden viel von Freiheit, sehr viel.

Aber man muss sehr genau hinschauen, was sie sich unter „Freiheit“ vorstellen. In der gestrigen „Arena“ auf SRF1 sagte ein No-Billag-Protagonist:

«Ohne Gebühren wäre die SRG endlich befreit von ihrem Korsett. Alle Mitarbeiter wären frei.»  (Quelle: 20min)

Nur schon dieser Satz ist bemerkenswert.

Ohne Gebühren wäre die SRG tatsächlich befreit – von 75 Prozent ihrer Einnahmen. Weil dann ein radikaler Programmabbau nötig wäre, sänke die Reichweite massiv und damit auch die Werbegelder, die statt 25% dann vielleicht geschätzt noch 10 % der Einnahmen bringen würden.

Kein Unternehmen kann einen derart radikalen Einnahmenrückgang im Zeitraum von wenigen Monaten überleben. Das dürfte eigentlich jedem klar sein, der etwas von Betriebswirtschaft und Management versteht. Zu diesem Schluss kommt auch Roger Schawinski in seinem Buch „No Billag“. Und Schawinski ist sicher einer der besten Kenner des TV- und Radiobusiness. Die Initianten  – denen reale Berufserfahrung in diesem Bereich ganz offensichtlich fehlt – sehen das natürlich anders….

Die SRG wäre nach Annahme dieser Initiative sofort auf der Intensivstation und in ein paar Monaten tot.

Aber gut, villeicht interpretieren die No-Billag-Initianten ja tot sein auch als Befreiung.

Die SRG wäre nach dem Wegfall der Gebüren von „ihrem Korsett“ befreit. Gerne hätte man mehr darüber gehört, was genau der Mann mit „Korsett“ meint. Ein „Korsett“ für die SRG gibt es tatsächlich, nämlich den Leistungsauftrag. Er verpflichtet zum Beispiel zu sachgerechter und ausgewogener Berichterstattung, zur Gewährleistung des Zugangs für sinnesbehinderte Menschen, zur Berücksichtigung der verschiedenen Regionen und Landessprachen. Von diesem Korsett möchten die NoBillag-Initianten die SRG offenbar befreien. Super Freiheit.

Und auch der zweite Satz ist bemerkenswert wahr:

„Alle Mitrbeiter wären frei“(…freigestellt)

Diese Art der Freiheit ist nur die Freiheit für eine ideologisch fixierte Clique.

Wer das Wohl der Schweiz als ganzer Gesellschaft und als vielgestaltigem Land im Auge hat, kann meines Erachtens diese verengte Vorstellung von Freiheit nicht wollen.

Darum: Am 4. März zu No-Billag ein Nein.

 

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