Frage an die No-Billag-Initianten: Was geschieht mit den SRG-Archiven?

Die No-Billag-Initianten haben sich ganz offensichtlich nicht viel überlegt. Das ist bei einer Bieridee auch nicht anders zu erwarten.

Sie verhalten sich ähnlich wie die Brexiter in Grossbritannien: Eine radikale Idee in die Welt setzen, das Blaue von Himmel versprechen, aber null Plan für die Zeit danach und für die Folgen.

Selbstverständlich gibt es keine Verpflichtung für Initianten, sich zu den Konsequenzen ihres Begehrens Gedanken zu machen. Etwas armselig ist es aber schon, wenn sie sich um diese Anstrengung drücken.

Darum ist es umso wichtiger, die zahlreichen offenen Fragen den No-Billag-Initianten und -Befürwortern konsequent unter die Nase zu reiben.

Eine interesssante Frage hat Laurent Mettraux vom Schweizerischen Musikerverband aufgeworfen:

„Wie können die riesigen Archive der SRG nachhaltig aufbewahrt werden? Wer würde die Kosten für Infrastruktur und Zugänglichmachung tragen? Welches Personal könnte die Aufnahmen kopieren, um sie verfügbar zu machen? Der Abbau des radiophonen und audiovisuellen Service public droht schnell vonstatten zu gehen; man weiss nicht wirklich, wie dieses Erbe geschützt werden soll, dass unter Umständen unwiederbringlich verloren gehen könnte.“ (Quelle)

Die SRG hat umfangreiche Ton- und Bildarchive. Für die Aufbewahrung staaliche Gelder aufzuwenden, dürfte für die libertären, staatsfeindlichen Initianten nicht in Frage kommen. „Der Markt“ – der in ihrer Ideologie alles regelt, wird sich dafür nicht interessieren. Also wegschmeissen? – Damit geht aber ein Stück Geschichte der Schweiz verloren. Aber die Schweiz scheint die No-Billag-Initianten sowieso kaum zu kümmern – bei dem Desaster, das sie in Kauf nehmen.

 

 

 

 

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