Das Geständnis: „Ja, ich bin ein Profiteur der SRG…“

Die No-Billag-Befürworter werfen uns Gegnern gerne vor, dass wir alle Profiteure der öffentlichen Medien sind. Ich gebe zu: Ich profitiere direkt und indirekt von der SRG und den verschiedenen Regionalsendern.

Radiosendungen wie „Kontext“ oder das „Echo der Zeit“ bieten mir zum Beispiel fundierten Journalismus. Daraus ziehe ich persönlichen Nutzen.

Mein indirekter Nutzen ist aber grösser. Als Unternehmer profitiere ich von einer stabilen Gesellschaft, zu deren Zusammenhalt die öffentlichen Medien wesentlich beitragen. Polarisierende Propagandamedien à la Berlusconi-TV oder Fox News in den USA spalten die Gesellschaft und führen die Demokratie an den oder in den Abgrund.

Wie andere Unternehmer auch, brauche ich eine stabile Gesellschaft, um Geschäfte zu machen. Wirklich wahr: ich profitiere von den öffentlichen Medien.

Als Bürger ist es mir wichtig, dass auch Randregionen, sprachliche Minderheiten und Behinderte Zugang zu fundierten, ausgewogenen Informationen und kulturellen Angeboten haben. No-Billag würde diese Errungenschaften an die Wand fahren.

Ich will nicht in einem Land leben, in dem Randregionen, sprachliche Minderheiten und Behinderte abgehängt werden. Die Schweiz muss zusammenhalten.

No-Billag gefährdet diesen Zusammenhalt.

Ich will nicht in einem Land leben, in dem Radio und TV voll durchkommerzialisert sind und nur senden, womit sich auch Werbung verkaufen lässt.  Kunst, Kultur, Sport und Information sollen nicht zu reinen Kommerzartikeln werden. Sie sind das schon stark genug. Die Folge von No-Billag wäre ein fürchterlicher Einheitsbrei.

Und wenn öffentliche Medien Sportveranstaltungen übertragen und damit Sportverbände wie den Schweizerischen Turnverband unterstützen, dann nützt mir das auch als Nicht-Turner. Wer sich im Turnverband engagiert, lungert nicht sinnlos auf der Strasse herum und pflegt ein soziales Kontaktnetz, dass wohl besser ist als zahllose Facebook-Freunde. Voll kommerzialisierte Privatmedien würden nur einige lukrative Spitzenevents übertragen, aber niemals die ganze Breite des Schweizer Sports.

Zweifellos: Ich profitiere von der SRG und den mit Gebühren unterstützten Regionalsendern.

 

 

 

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