Die Mär von der „linken“ SRG wird nicht wahr, wenn die No-Billag-Befürworter sie ständig wiederholen

Die NZZ schreibt im Jahr 2009:

„Die SVP kritisiert ständig, dass Radio und Fernsehen der SRG links stünden und die SVP-Positionen nicht genügend beachteten. Die «Arena»-Statistik belegt das Gegenteil: Die SVP erhält mehr Gelegenheit, ihre Argumente am Schweizer Fernsehen vorzubringen, als jede andere Partei.“

Die Arena kommt der SVP auch in der Themensetzung entgegen. Die NZZ schreibt dazu:

„«Dem Klimaproblem hat die <Arena> 2009 keine Sendung gewidmet. Sie bringt lieber Themen, die auf der Agenda der SVP stehen», sagt Nationalrätin Maya Graf. Die SP findet es seltsam, dass die Arbeitslosigkeit in der Schweiz nicht thematisiert wird, während die «Arena» ständig über Ausländerprobleme diskutieren lasse.“

(Quelle)

Im Jahr 2009 z. B. war die SVP 29-mal in die Arena eingeladen, die SP 22-mal, FDP 18-mal, CVP 17-mal, Grüne 6-mal und EDU & BDP je 3-mal (Quelle: Wikipedia).

Die SRG wird von Links, Rechts und Mitte gleichermassen genutzt

Die SRG bekommt gemäss Befragungsdaten – etwa vom Institut für angewandte Kommunikationsforschung (IaKom) – besonders gute Noten vom Publikum und wird über verschiedene Bevölkerungsgruppen hinweg genutzt. Ihr wird zudem viel Vertrauen geschenkt. Sowohl «Linke» als auch «Rechte» als auch diejenigen, die sich der «Mitte» zugehörig fühlen, nutzen Sendungen der SRG häufig. Die Auswertung einer Befragung, die im Kontext des «Reuters Digital News Report» durchgeführt wurde, zeigt, dass Newssendungen der SRG ein Publikum haben, das in politischer Hinsicht genau dem Durchschnitt der Schweizer Bevölkerung entspricht. Die Autoren schliessen daraus, dass es keinen Hinweis darauf gibt, dass die Zuschauerinnen und Zuschauer die SRG als politisch einseitig empfinden. (Quelle hier, Originalbeitrag hier)

Das Gerede von der „linkslastigen“ SRG ist allerdings ziemlich resistent gegen Argumente. Wer rechts steht, sieht fast zwangsläufig auf seiner linken Seite lauter „Linke“. Von dieser Position aus ist auch die Mitte „links“.

Für waschechte Populisten steht zudem nur das eigene Lager (das „Volk“) in der Wahrheit. Alle anderen, die diese imaginierte Wahrheit des „Volkes“ in Frage stellen, sind Feinde und Verräter. Aus diesem Grund können Populisten jeder Couleur starke, pluralistische Medien nur schwer akzeptieren. Wer nicht uneingeschränkt ihre Linie vertritt, gehört zum feindlichen Lager.

Hugo Portisch, der ehemaliger Chefredakteur des österreichischen KURIER und Kommentator des ORF, agt in einem Interview:

„Die Wahrheit ist Rechtspopulisten unangenehm. Das verleitet sie dazu, die Medien zu verunglimpfen, um sie unglaubwürdig zu machen. Wenn ich sie nicht zensurieren oder abschaffen kann, dann versuche ich wenigstens in der Öffentlichkeit sie unglaubwürdig zu machen.“ (Quelle)

Mehr dazu hier:

Feindbild SRG?

 

 

 

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